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PEZZ Newsletter - November 2012

Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Familien, liebe Kolleginnen und Kollegen

Das Pädiatrisch-Endokrinologische Zentrum Zürich PEZZ ist seit 25 Jahren erfolgreich unterwegs. Fortlaufend bauten wir unsere drei Standbeine behandeln, bewegen und forschen aus und konnten dabei viel Zuspruch erfahren – von Kolleginnen und Kollegen, von unseren Patientinnen und Patienten und ihren Eltern, von Partnern aus der Forschung und der Wirtschaft, von den Freunden des Hauses!

Dafür möchten wir allen danken.

Mit diesem Newsletter möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über unsere Arbeiten in den letzten 25 Jahren geben.

Prof. Dr. med. Urs EiholzerDr. med. Udo Meinhardt
Leiter PEZZ

25 Jahre PEZZ

1987 war das Geburtsjahr des PEZZ. Zuerst hiess das Zentrum: «Institut Wachstum Pubertät Adoleszenz» und war im Zürcher Kreis 4 an der Lutherstrasse gelegen. Weil die Miete massiv erhöht wurde, mussten wir etwas anderes suchen – zum Glück. Wir fanden nämlich ein Jugendstilhaus an der Möhrlistrasse 69, das vorher einem Verlag gehört hatte. Seither ist dieses schöne alte Haus mit seinem Charme genauso zum Zuhause unseres Teams wie auch unserer Patientinnen und Patienten und deren Familien geworden.

«Wachstum Pubertät Adoleszenz» umschreibt die Hauptgebiete der «pädiatrischen Endokrinologie» – zu Deutsch: «Hormonstörungen bei Kindern und Jugendlichen». Alle Hormonstörungen haben einen Einfluss auf den Verlauf von Wachstum und Pubertät. Unter «Adoleszenz» versteht man die psychosoziale Anpassung an den neuen fast erwachsenen Körper. Die psychosoziale Entwicklung und die psychosomatischen Zusammenhänge waren uns immer ein besonderes Anliegen. Dies zeigt sich an unseren Diplomen, an vielen unserer wissenschaftlichen Arbeiten, an dem von uns während vielen Jahren organisierten «Zürcher Tag der Jugendmedizin» und auch an unserem ganzheitlichem Engagement für die einzelne Patientin, den einzelnen Patienten und seine Familie.

PEZZ behandeln

Seit 1987 haben wir ca. 25‘000 Patienten behandelt. Heute besteht unser Team aus vier Ärzten und weiteren sieben Mitarbeitern aus den Bereichen Psychotherapie, Sport, Pflege, Physiotherapie, Ernährungsberatung und Informatik.

Unsere Behandlungsschwerpunkte sind:

  • Wachstum und Pubertät
  • Hormonstörungen (Störungen der Funktionen von Hirnanhangsdrüse, Schilddrüse, Nebennierenrinden, Hoden, Eierstöcken)
  • Diabetes
  • Sportmedizin und Ernährung
  • Psychosomatische Medizin

PEZZ forschen

In den letzten 25 Jahren haben wir Beiträge zu den verschiedensten Fragen der pädiatrischen For-schung geleistet. In den ersten Jahren standen das normale Wachstum von Säuglingen und Kleinkindern sowie dasjenige von Mädchen mit Anorexie im Zentrum unseres Forschungsinteresses. In den 1990er Jahren begann unser Engagement für die Kinder mit Prader-Willi Syndrom. Wir erforschten zahlreiche Aspekte dieser Störung und beschrieben verschiedene Phänomene dieser und anderer genetisch bedingter Hormonstörungen als Erste. Diese Erfahrungen sowie Beobachtungen bei den eigenen Kindern weckte bei uns das wissenschaftliche Interesse an das weitgehend unerforschte Phänomen der Lust auf Bewegung und der Bedeutung des Spieltriebs. Wir begegneten diesen Fragestellungen zuerst bei der genauen Betrachtung von Kindern mit Prader-Willi-Syndrom und haben sie später auch bei gesunden Kindern untersucht. Es zeigt sich jetzt immer mehr, dass wir daran sind, grundlegenden Regulationsmechanismen auf die Spur zu kommen. Es erstaunt vielleicht, aber man geht heute davon aus, dass nicht nur der Hunger, sondern auch die Lust auf Bewegung hormonell reguliert wird. Folgende Ergebnisse haben wir kürzlich publiziert:

Mehr Training führt bei Kindern zu mehr Lust auf Bewegung.

Die Frage, was man tun kann, damit sich unsere Kinder mehr bewegen, ist zentral. Schliesslich bewegen sich alle Kinder immer weniger, wo doch die Bewegung auch für gesunde Kinder so wichtig ist.
Alles begann mit unserem Engagement für die behinderten Kinder mit Prader-Willi-Syndrom. Diese genetische Störung ist mit einer ausgeprägten Abneigung gegen Bewegung und mit unstillbarem Hunger verbunden. Im PEZZ haben wir diese Kinder im Rahmen eines Forschungsprojektes dazu ermuntert, täglich fünf Minuten auf der Treppe zu wippen. Nach drei Monaten zeigte sich: Ihre Wadenmuskeln wurden stärker, und sie bewegten sich signifikant mehr.


Weitere Studien mit jungen Eishockeyspielern von ZSC- und GCK-Lions sowie mit «normalen» Schülerinnen und Schülern bestätigten diese Ergebnisse: Training führt bei Kindern zu mehr Lust auf Bewegung oder: Mehr Lust auf Bewegung dank Bewegung!


Kinder, die sich wenig bewegen, bleiben kleiner
Im Rahmen eines weiteren Forschungsprojektes untersuchten wir an Schulkindern den Einfluss der Bewegung auf das Wachstum. Und wir konnten als Erste aufzeigen, dass Kinder, die sich weniger bewegen, für ihr Alter kleiner sind und bleiben als solche, die sich viel bewegen. Das Wachstum wird also nicht nur durch Vererbung und Hormone, sondern auch durch Muskelbewegung und Belastung der Knochen beeinflusst. Wenn wir uns immer weniger bewegen, entwickelt sich unsere Gesellschaft in Sachen Körpergrösse wieder rückwärts.

Parallel zu unseren wissenschaftlichen Projekten arbeiteten wir erfolgreich auch mit Sportvereinen zusammen: Das PEZZ organisierte für den gesamten Nachwuchs der GCK Lions das Kraft- und Fitnesstraining und kontrollierte dessen Effizienz und Sicherheit. Bei den Top-Talenten des FC Winterthur beurteilten wir ferner die Entwicklung von Wachstum und Reifung zusammen mit Muskel-, Fettmasse und Leistungsniveau und werteten diese in Zusammenarbeit mit den Trainern aus.

PEZZ bewegen

PEZZ bewegen ist über die Jahre zunehmend wichtiger geworden – wenn man «bewegen» im weiteren Sinn von «etwas in Bewegung setzen» versteht. Mit unseren Büchern zu den verschiedenen medizinischen Themen, der App «Child-Growth» sowie den erschienenen eBooks «Wachstumsguide» und «Über das Bettnässen, und wie man es los wird» haben wir unsere Ideen umsetzten können.

 

 

Wir haben auch bewegt, indem wir mitgeholfen haben, Eltern-Selbsthilfevereinigungen zu gründen und aufzubauen. So ist die Schweizer Prader-Willi Selbsthilfevereinigung mit Urs Eiholzer als Gründungsmitglied, sowie Vorstandsmitglied und Facharzt im letzten Jahr bereits 20jährig geworden.
Udo Meinhardt ist Gründungsmitglied und Beirat des Vorstands des 2012 gegründeten Vereins «Swiss Diabetes Kids» mit. Beiden Selbsthilfevereinigungen sind optimale Informations- und Austauschplattformen und können effiziente direkte Hilfestellung bieten. Die Erfahrung von Eltern hilft anderen Eltern. Eltern sind für viele Fragen die besseren Experten als Ärzte und andere Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich. Selbsthilfegruppen helfen mit, Erfahrungen der einen Eltern für andere nutzbar zu machen.

 

 

Im Rahmen unseres Jubiläumsjahres «25 Jahre PEZZ» haben wir in unserer Praxis für interessierte Ärzte vier Workshops zu den Themen «Wachstum und Wachstumsstörungen», «Bio-psycho-soziale Aspekte der Pubertät» und «Kind, Bewegung und Sport» durchgeführt. In Gruppen von jeweils ca. 15 Teilnehmern konnten wir die Diskussion zu Themen aus der Pädiatrie anregen und den Austausch der eigenen Erfahrungen unter den Teilnehmern ermöglichen.

Und hier unsere wichtigsten Bücher, die wir in den letzten Jahren publiziert  haben:

 

Auch in der Presse wurde über unser 25jähriges Jubiläum berichtet. Sie finden die Artikel auf unserer Website unter «Medien». Hier als Kostprobe ein Zitat von Ständerat Felix Gutzwiler, der vom Tagesanzeiger um eine Stellungnahme gebeten worden ist:

Mit dem PEZZ sei es Eiholzer gelungen, als Einzelkämpfer ein europaweit führendes und anerkanntes Institut aufzubauen, sagt Ständerat Felix Gutzwiler (FDP). Er kennt Urs Eiholzer seit der Zeit am Basler Gymnasium: «Er war schon immer aufmüpfig, fragte hartnäckig nach.» Auch äusserlich sei er aufgefallen: «Urs Eiholzer war Punk, bevor Punks Mode waren.» Er sei ein innovativer, kreativer Kopf geblieben und habe seine Themen stets unbeirrt auf seine Art weiterverfolgt, was nicht überall gut angekommen sei. Leute wie Eiholzer seien für den Wissenschaftsbetrieb von grosser
Bedeutung, da sie Impulse setzten. «Es besteht das Risiko, dass die Hierarchie in Spitälern dazu führt, dass nur der Mainstream erforscht wird.»

 

Wir selbst haben unseren Geburtstag natürlich auch gefeiert – und sind mit dem Fahrrad von Diessenhofen über die Insel Reichenau nach Konstanz geradelt.

 

PEZZ | Pädiatrisch-Endokrinologisches Zentrum Zürich
Möhrlistrasse 69
8006 Zürich
Tel. 044 364 37 00
Fax 044 364 37 01
info@pezz.ch
www.pezz.ch

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