Richtig und genau messen

Der Körper schrumpft tagsüber bis 15 mm, weil die Bandscheiben während des Tages an Flüssigkeit verlieren. Nachts, während des Schlafes können sich die Bandscheiben im Liegen wieder regenerieren und ähnlich wie ein Schwamm mit Körperwasser auffüllen. Deshalb ist es wichtig, Kinder immer zur gleichen Zeit zu messen.

Im Familienalltag eignet sich der Abend für die Messungen am besten. Das Kind muss ganz geradestehen, als wäre es ein Soldat an der Parade. Wir wollen nicht einen eingesunkenen Körper messen, sondern den Körper in voller Länge, wenn sich das Kind so gross macht wie möglich. Aber Vorsicht: Junge Kinder haben die Tendenz, dabei auf die Zehen zu treten und die Fersen zu heben. Da ist es zweckmässig, dass eine zweite Person bei der Messung mithilft und beide Füsse des Kindes fest auf den Boden presst. Eine Messeinrichtung stellt bei der Grössenmessung sicher, dass über dem Kopf exakt im rechten Winkel zur Wand gemessen wird.

Wenn keine Messeinrichtung zur Verfügung steht, kann man sich mit einem Buch behelfen, mit senkrecht an der Wand anliegendem Buchrücken. Das Buch wird zum obersten Punkt des Kopfes gesenkt. Der untere Rand des Buches wird dann an der Wand mit einem kleinen Bleistiftstrich markiert. Ab Boden kann schliesslich der Strich an der Wand in senkrechter Linie mit dem Metermass abgemessen werden. Sie können den Strich wieder ausradieren oder ihn beibehalten und noch zusätzlich das Messdatum und den Namen des Kindes dazuschreiben. Warum ist es wichtig, ganz exakt zu messen? Sogar in Arztpraxen liegen die Messfehler bisweilen bei 2 bis 3 cm. Die Beurteilung des Wachstums kann durch solche Messfehler verunmöglicht werden. Nehmen wir das Beispiel eines 10-jährigen Kindes, das ungefähr 5 cm im Jahr wächst. Wenn wir das Kind zweimal pro Jahr messen, dann finden wir jeweils eine Differenz von 2,5 cm. Bei einem Messfehler von 2,5 cm ist es unmöglich zu beurteilen, ob das Wachstum im letzten Jahr normal war.